Chips oder Stave

Chips oder Stave

Da der Weinausbau in Barrique-Fässern zwischen 8 und 18 Monaten dauert, einen klimatisierten Weinkeller erfordert und sich pro Flasche mit ca. 2 Euro auf den Preis auswirkt, hat sich die Weinindustrie - um auch den Geschmacksvorlieben von Verbrauchern mit kleinem Budget den Zugang zu Weinen mit Holzgeschmack zu ermöglichen - etwas einfallen lassen:

CHIPS:
Abgepackt in Netzbeuteln werden diese in die Stahltanks gehängt und der darin befindliche Wein nimmt das Aroma des Eichenholzes an, auch wenn dieser die darin enthaltene Tannine eigentlich nicht braucht, da diese Weine nicht für eine lange Lagerung vorgesehen sind. Maßgebend ist einzig die gegenüber dem echten Barrique-Ausbau der günstige Preis von nur wenigen Cents pro Flasche. Solange diese Weine jung getrunken werden, ist ein Unterschied nicht zu schmecken.

STAVES:
Noch weniger Geld muss für diese Art der künstlichen Aro­ma­ti­sie­rung aufgebracht werden. Dünne Einchenholzbretter - montiert in einem Metallgestell - werden während der Gärung ins Edelstahlfass gestellt. Die mit dem Wein in Berührung kommende Oberfläche des Holzes ist wesentlich größer als bei den Chips, was ein noch dominanteres Eichenholzaroma ergibt. 

CHIPS und auch STAVES werden aus Holzabfällen hergestellt, welche beim Barrique-Fassbau übrig bleiben. So ist auch zu erklären, dass es sich bei beiden Varianten wissenschaftlich nicht nachweisen lässt, dass die Weine im Stahltank und nicht im Barrique entstanden sind.

Während in über­see­ischen Anbaugebieten die Ver­wen­dung von alter­na­ti­vem Eichen­holz erlaubt ist, verbieten die euro­päi­schen Wein­kon­troll­be­hör­den bisher diese Varianten der Weinherstellung.

Begründet wird dieses Verbot damit, dass CHIPS und STAVES nicht dem Ausbau dienen, sondern der Aromatisierung.

Da ein wissenschaftlicher Nachweis vermutlich nie erbracht werden kann, bleibt es nur eine Frage der Zeit, bis auch hierzulande dieses Verbot gekippt wird.