2018

Der Weinjahrgang 2018 hat bundesweit erstklassige Qualitäten hervorgebracht.

Mosel:

Wenn Trauben bei der Lese "wie gemalt" aussehen, lässt das auf hervorragende Weine hoffen.
2018 war das an der Mosel so. Und nicht nur das:
Auch die geschätzte Menge von rund einer Million Hektoliter war sehr erfreulich, gab es im Vorjahr doch rund ein Drittel weniger. Doch bis es so weit kam, hielten Trockenheit und Hitze sowie die Angst vor Hagelunwettern oder Starkregen die Winzer in Atem.
An der Mittelmosel gab es zwar etwas Regen und manche Gewitter, doch es war überall vor allem die Trockenheit das Thema Nummer eins.

Auch an der Mosel hatte die Entwicklung einen großen Vorsprung gegenüber den durchschnittlichen Werten; die Lese begann schon im August für die früh reifenden Sorten und Mitte September für den Riesling. Gesunde Trauben, die wirklich wie gemalt an den Trieben hingen, weckten bei den Winzern große Vorfreude.

Der Regen im September, der Dank der kühlen Nächte keine Fäulnis zur Folge hatte, erhöhte die Saftausbeute, was auch zu dem bemerkenswerten Mengenergebnis beitrug.

Mit Mostgewichten, die etwa beim Riesling mit durchschnittlich 85 Grad Oechsle im Spätlesebereich lagen, zeichnen sich die Moselweine des Jahrgangs 2018 durch reiches Aroma, einer harmonischen Struktur bei moderater Säure und eleganter, vollsaftiger Fruchtigkeit aus. Winzer Matthias Lay aus Pünderich fasst es so zusammen: Beim Jahrgang 2018 hat es der liebe Gott mit den Moselwinzern sehr gut gemeint.

Nahe:

2018 waren die Trauben auch an der Nahe früher reif als üblich, die Lese begann bereits Ende August. Insbesondere für die hochwertigen Weine warteten einige Winzer mit der Ernte der später reifenden Sorten jedoch bis Oktober, um die Phenolreife der Trauben zu fördern.
Möglich machte dies der sehr heiße und trockene Sommer mit einem optimalen Herbstwetter. Einen "Super-Sommer" nannte ihn Weinbaupräsident Thomas Höfer. Das Warten war auch deshalb möglich, weil Probleme wie Fäulnis, Mehltau oder tierische Schädlinge praktisch nicht existierten.

Perfekt ausgereifte und vollständig gesunde Trauben, nicht selten mit Mostgewichten von 100 Grad Oechlse, waren die Belohnung und Grundlage für herausragende Weine.

Sie spiegeln das vielfältige und für die Naheregion typische Terroir sehr schön wider.

Mit 440.000 Hektoliter Most wurde eine um 40 Prozent über dem langjährigen Durchschnitt liegende Menge eingefahren. Ein guter und lang ersehnter Ausgleich für die beiden zurückliegenden, viel mengenärmeren Jahrgänge 2017 und 2016.

Das Fazit des Weinbaupräsidenten für 2018 lautet: "Ein extremer Ausnahmejahrgang". Ausnahmen, wie sie der Weinliebhaber sicherlich zu schätzen wissen wird.


Rheingau:

Als im Rheingau der goldene Oktober einsetzte, waren viele Winzer mit der Lese schon so gut wie fertig. Sie hatte in diesem Jahr vier Wochen früher begonnen als normal.

Der Grund dafür lag an dem heißen Sommer 2018, der zwar nicht ganz den Spitzenwert des Jahres 2003 erreichte, aber die Rekorde des letzten Jahrhunderts von 1947, 1994 und 1976 noch übertraf.

Die Trockenheit, die übrigens den meisten Weinbergen nur wenig zusetzen konnte, verhinderte den Befall mit Pilzkrankheiten oder der gefürchteten Kirschessigfliege.
Den Tieren war es einfach zu heiß, meinte der Weinbauberater Berthold Fuchs.

Dafür mussten die Junganlagen durch Bewässerung aufwändig unterstützt werden. Überhaupt war der Trockenstress wohl die größte Gefahr für die Weinqualität.
Dennoch hatten die Reben einen üppigen Traubenbehang. Dadurch konnte eine große Erntemenge einfahren werden. Sie wird auf 285.000 Hektoliter geschätzt, während es im Vorjahr 210.000 hl waren.

Erfreulicherweise hielt die Quantität des 2018ers auch Schritt mit der Qualität. Denn die ist hervorragend dank der sehr gesunden und hochreifen Trauben, die geerntet wurden. Ein Spitzenjahrgang, sagt Weinbauberater Berthold Fuchs. Das gilt nicht nur für den Riesling, auch für die Spätburgunder aus dem Rheingau, die besonders farbkräftig und intensiv ausfallen werden.
 

Rheinhessen:

Schon am 6. August 90 Oechslegrade für den ersten Federweißen: Das hat es im größten Anbaugebiet Deutschlands noch nie gegeben.

Eine sehr frühe Rebblüte, verursacht durch den wärmsten April seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, hatte eine frühe Lese erwarten lassen. Doch das trocken-heiße und sonnenreiche Sommerwetter wirkte wie ein zusätzlicher Reifebeschleuniger.
Da auch während der Lese sehr günstiges, ruhiges Wetter herrschte, konnten manche Trauben bis in den Oktober, teilweise sogar bis in den November hinein hängen bleiben.

Natürlich hatte die Trockenheit die Winzer in manchen Lagen vor große Herausforderungen gestellt. Insbesondere in den Hanglagen musste teilweise bewässert werden.

Die rheinhessischen Winzer waren jedoch überwiegend von der Leistung ihrer Reben angenehm überrascht. Die Erntemenge liegt mit geschätzten 2,95 Millionen Hektoliter fast 20 Prozent über dem langjährigen Mittel.

Ein Jahrgang wie 2018 ist besonders für Rotweine ideal, weil sich die Trauben schon sehr früh verfärbten und sehr lange ausreifen konnten. Aber auch die 2018er Weißweine aus Rheinhessen werden aromenreich und sortentypisch vollfruchtig ausfallen, bei moderaten Fruchtsäuregehalten.

Zahlreiche edelsüße Spezialitäten sind ebenfalls dabei. Dass der unerwartete Ausnahmejahrgang den Winzern noch lange in Erinnerung bleiben wird, vermutet der Rheinhessische Weinwirtschaftsrat.

Auf die Ergebnisse dürften Weinfreunde schon ganz gespannt sein.

Zu den detaillierten Angaben

Quelle: deutscheweine.de
Seite 1 von 1
Artikel 1 - 48 von 48