Frosteinbruch im Weinberg

Mit tiefen Überflügen von Hubschraubern, welche die kalten und warmen Luftschichten durchwirbeln, versuchte man sich z.B. in Obersulm zu helfen. Mit Kosten in Höhe von bis zu 40.000 € für 100 Hektar eine teure Angelegenheit, welche auch nur bei leichten Bodenfrösten Abhilfe verschaffen konnte.

Andere Winzer zündeten Feuer an, wobei insbesondere der dadurch entstehende Rauch die Temperaturen um 1-2 ° Celsius anheben könnte.

Ob und in welchem Umfang dadurch exorbitante Ernteausfälle verhindert werden können, welche dann für den 2017er Jahrgang natürlich zwangsläufig zu Preiserhöhungen führen, kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschließend beurteilt werden.

Weitere Infos unter:

https://www.meininger.de/de/weinwirtschaft/news/frost-trifft-deutsche-winzer


Oktober 2017 - Nachtrag: Nun ist es Gewissheit:

Die Weinernte in 2017 brachte rund 18% weniger Ertrag als im Vorjahr, ebenso groß ist das Minus zum langjährigen Mittel. Somit zeichnet sich der 2017er Jahrgang durch eine geringe Menge, aber auch durch gute bis sehr gute Qualitäten aus. Die Fixkosten der Winzer sind - nicht zuletzt durch die zusätzlich notwendig gewordenen Maßnahmen während des Spätfrostes - gestiegen und müssen nun auf den geringeren Ertrag umgelegt werden.

Je nach Ausmaß der Frostschäden, wird dies wohl mit einem Preisanstieg von 3 - 10% zu Buche schlagen. Einige Winzer, die sehr große, frostbedingte Ernteausfälle haben, erhöhen sinnvollerweise ihre Preise bereits beim 2016er Jahrgang um einige Cents, um dann im Folgejahr den Verbrauchern nicht allzu tief in die Tasche greifen zu müssen, wohl ganz nach dem Motto: "Geteiltes Leid, ist halbes Leid".