TOP Weine & persönliche Beratung
Verkostung, Handel & Versand

Sofortkontakt ☎ 030 - 63 222 342 oder 0172 - 392 70 01 (Uwe Ewald)


unsere Weingüter

Weinkenner bevorzugen Erzeugerabfüllungen ✔
gebietstypisch & ehrlich ✔ also Klasse statt Masse ✔

Weinauswahl nach Traubensorten

Reben, Sprachrohre der Weinberge ✔
Breite Auswahl: Bacchus bis Tempranillo ✔

Spirituosen

Edle Spirituosen ✔
Aperitife & Digestifs ✔ auch Einzelflaschen ✔

Betreuung und Beratung

Inhabergeführt mit über 35 Jahren Erfahrung ✔
Beratung u. Verkauf sind hier noch Chefsache ✔
zuverlässig ✔ kompetent ✔ kein Callcenter

Lieferung und Versand

Berlin & Umgebung individuell per Spediteur
Weiter entfernte Weinfreunde beliefern wir
gerne per Paketdienstleister ✔

Rabatte

Unsere Philosophie lautet:
faire Preise an 365 Tagen ✔
anstelle vermeintlicher Schnäppchen ✔


Nächste

Weinprobe

voraussichtlich am 04.04.2020
15569 Woltersdorf
Restaurant Liebesquelle


Weinverkauf im Wandel der Zeit

» jetzt lesen

 

Bis zum Frühjahr 1985 - die Weinwelt war noch in Ordnung

Als ich im Jahr 1982 - damals noch in Karlsruhe - mit dem Weinverkauf begann, war alles anders als heute, also sowohl auf der Käufer- als auch auf der Verkäuferseite und nicht zuletzt bei den Winzern.

Das Internet und der damit mögliche Online-Einkauf war noch nicht erfunden, Vinotheken in kaum nennenswertem Umfang vorhanden, gleichzeitig ließ Auswahl und Weinqualität im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) noch sehr zu wünschen übrig.

Für Weinliebhaber also noch eine recht karge Zeit auf der Angebotsseite, sodass im Prinzip nur zwei Möglichkeiten blieben, sich mit akzeptablen Rebensäften zu versorgen:

Selbst ein Weingut zu (be)suchen! Aber welches?

Bei damals noch 11 erreichbaren deutschen Anbaugebieten, verteilt auf 5 Bundesländer, wirklich rentabel wohl nur bei größeren Mengen oder wenn man eben in der Nähe war. Aufgrund vorkommender Schikanen auf den Transitstrecken für Weinfreunde aus Berlin - wohin ich 1984 gezogen bin - dennoch ungeeignet.

Aber selbst wenn, gab es dort ja auch "nur" deutsche Weine.

Wohlschmeckende Rotweine, die man beispielsweise im Spanien- oder Italien-Urlaub schätzen gelernt hat, gibt es ja nicht auf deutschen Weingütern. Sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite, fielen Rotweine in den achtziger Jahren in Deutschland kaum ins Gewicht.

Übrig blieb somit eigentlich nur der

Hausbesuch eines Weinvertreters mit Probenkoffer

Natürlich waren in diesen Köfferchen nicht die TOP-Gewächse, aber das Preis-Leistungsverhältnis war aus der Sicht der Verbraucher durchaus noch in Ordnung, schließlich schmeckte fast jeder Wein besser als jene aus dem LEH.

So wurden diese Hausweinproben über Jahre hinweg –

natürlich auch zur Freude der Weinvertreter, deren Einkommen noch ausschließlich aus der Provision bestand. Grundgehalt und Mindestlohn waren damals ebenso undenkbar wie üppige Prämien für deren Vorgesetzte. So waren auch die Preisunterschiede zum stationären Handel noch sehr moderat.

zu besonderen Ereignissen, nicht selten sogar zu Familientreffen, anlässlich derer dann – noch in Holzsteigen á 20 oder 30 Flaschen pro Sorte - der Weinbedarf für ein ganzes Jahr bestellt wurde.

Der Beruf als Weinverkäufer hatte ein seriöses Image und dieses musste auch entsprechend vorgelebt werden, wodurch es sich erklärt, dass Übervorteilungen von Kunden nicht nur personelle Konsequenzen nach sich gezogen hätten, sondern schlichtweg auch undenkbar waren. Schließlich war der "Mann mit dem Weinkoffer" in vielen Haushalten ein gern gesehener und willkommener Gast, woraus sich im Laufe der Jahre nicht nur sehr gute Bekanntschaften, sondern auch Freundschaften entwickelten.

Rückblickend kann man wohl sagen, dass über diesen Weg des Weinverkaufs eine Art Markenbildung stattgefunden hat, wobei nicht der Wein oder das Weingut selbst die Marke war, sondern die jeweilige Vertriebsfirma in Verbindung mit ihren Repräsentanten. Bundesweit agierende Firmen gab es damals nur wenige, also bedeutete ein großer Kundenstamm nicht nur ein akzeptables Einkommen, sondern auch einen vermeintlich sicheren Arbeitsplatz. Wenn überhaupt die Gefahr einer Fluktuation bestand, dann nur in den ersten Monaten.

Aber auch große Teile der damaligen Winzer-Generation profitierten einerseits von diesem Vertriebsweg, fielen doch kaum Investitionen in die Kellereitechnik an, noch mussten sie sich Gedanken um die Vermarktung ihrer Weine machen, konnten ihre Aufmerksamkeit also voll und ganz der Bewirtschaftung ihrer Weinberge widmen. Andererseits wurde ihnen pro Liter Wein gerade mal ein festgelegter Mindestpreis bezahlt, der selten Spielräume für den Aufbau einer eigenen Vermarktung zuließ.

Selbst die besten Lagenweine wurden nur zu einem geringen Anteil ab Weingut in der Flasche verkauft, der größte Teil wechselte als Fasswein den Besitzer. Die guten und sehr guten an die Direktvermarkter, die anderen an die Großabfüller, die wiederum den LEH belieferten.

Grundlage hierzu waren sogenannte Verbundverträge, die natürlich für die Winzerbetriebe auch eine gewisse Abhängigkeit gegenüber ihren Vertragspartnern darstellten.

Frühsommer 1985: Glykol - die Mutter aller Lebensmittelskandale

Was im Frühsommer 1985 zunächst noch als rein österreichisches Problem verstanden wurde - nämlich, dass in süßen Weinen eine Substanz namens Diethylenglykol (kurz: GLYKOL) nachgewiesen wurde - entpuppte sich binnen weniger Wochen nicht nur als Notbremse beim Verkauf süßer österreichischer Weine, sondern das Produkt Wein - egal ob trocken oder lieblich - wurde über Nacht mehr oder weniger unverkäuflich, zumindest wenn man als Repräsentant einer Weinvertriebsfirma tätig war. Das Vertrauen war nachvollziehbar am Boden und der sicher geglaubte Arbeitsplatz wich einer unsicheren Zukunft.

Doch was war passiert?

Nachdem Rechnungen über GLYKOL in größerem Umfang als Betriebsausgaben angesetzt werden sollten, fragte sich ein findiger Steuerbeamter aus Österreich: Wozu benötigt ein Winzerbetrieb diese Mengen, wenn er doch nur einen Traktor hat und ließ die Weine dieses Betriebs auf diese Substanz im Labor prüfen.
Wenige Wochen später stellte sich dann heraus, dass auch deutsche Weine diesen Stoff enthielten, jedoch waren die Konzentrationen weitaus geringer, da den betroffenen deutschen Weinen GLYKOL nicht direkt beigemischt, sondern - um sie süßer zu machen - mit glykolhaltigen österreichischen Weinen verschnitten wurden.
Somit hätten diese - wenn überhaupt - lediglich als EG-Tafelweine und nicht als deutsche Qualtitätsweine (QbA) deklariert und in Umlauf gebracht werden dürfen.

Mangels ausreichender Kenntnisse der Weingesetze, haben viele der Berichterstatter diese Verfälschungen völlig überdramatisiert dargestellt. Deren Vokabular reichte von ungenießbar bis toxisch.
Zusammenfassend darf festgehalten werden, dass einige wenige Firmen dem Ruf des österreichischen und deutschen Weinbaus schwersten Schaden zugefügt hatten.

Wenngleich mehrere deutsche Firmen darin verwickelt waren, war deren Umgang damit doch sehr unterschiedlich:

wird in Kürze fortgesetzt


Top Angebote
Abbildung: Lorenz und Söhne, Bacchus Gutsabfüllung, grüne...

Bosenheimer Bacchus lieblich

7,50 € *
10,00 € pro 1 l
Abbildung: Martin Korrell, Von den Großen Lagen,...

Von den Großen Lagen Riesling

18,50 € *
24,67 € pro 1 l
Abbildung: Grün-braune Weinflasche Kreuznacher...

Kreuznacher Chardonnay

8,50 € *
11,33 € pro 1 l